Immer wieder hervorgebracht und doch nicht wahr: Vorurteile und Missverständnisse über Verbindungen sind zahlreich. Zu einigen der gängigsten nehmen wir hier Stellung. Selbstverständlich können wir in dieser Kürze nicht alle der Punkte erschöpfend behandeln. Allerdings sind wir gerne zu persönlicher Erläuterung und kontroverser Diskussion bereit.
Ihr seid doch ein konservativer Verein!
Wir sind als Verbindung in keiner Weise politisch gebunden, da dies unserem Toleranzprinzip widerspricht. Politischer Konservatismus bleibt die Frage des eigenen Standpunktes, wobei wir selbstverständlich unsere Traditionen, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen, wahren und in Ehren halten. Das Bekenntnis zu Volk und Nation schließt jedoch keineswegs politischen Pluralismus aus; vielmehr begreifen wir die Politik als Instrument, das höchstmögliche Gemeinwohl anzustreben. Welchen Weg der Einzelne hierfür als richtig erachtet, unterliegt persönlicher Abwägung.
Ihr seid doch ein Tummelbecken für Rechte!
Erst einmal muss klargestellt werden, dass politischer Pluralismus einer Austariertheit seiner Ränder bedarf. Das heißt: Links und Rechts sollten sich die Waage halten, um den kritischen Diskurs und die Stabilität der Mitte zu garantieren. "Rechts" ist aber nicht gleichzusetzen mit Nationalsozialismus, und "links" nicht mit Kommunismus. Politische Ideologien haben in unseren Reihen keinen Platz, da sie unserem kritisch-rationalen Anspruch widersprechen. Diese Ablehnung basiert auf Gegenseitigkeit: Sowohl Nationalsozialisten als auch Kommunisten haben während ihres Regiments die traditionellen Studentenverbindungen zerschlagen. Als urdemokratische Organisationen ließen diese sich nicht in den Rahmen der totalitären Systeme pressen.
Ihr seid doch ein Saufverein! Ich trink doch nicht auf Befehl!
Natürlich feiern wir gern und trinken mal mehr als üblich. Welcher Student tut das nicht? Aber weder wird jemand bei uns zum Trinken gezwungen, noch steht der Bierkonsum im Zentrum unserer Veranstaltungen.
Ihr seid doch frauenfeindlich! Warum nehmt Ihr keine Frauen auf?
Eine Studentenverbindung ist ein langfristiger Freundschaftsbund, keine Partnerbörse. Wenn Frauen in den Bund aufgenommen würden, wäre es wahrscheinlich, dass zwischen Bundesbrüdern und "Bundesschwestern" Liebesbeziehungen entstünden. Der Verbindung erwüchsen hieraus Konflikte und Spannungen. Darunter würde das Lebensbundprinzip leiden, dass auf Kameradschaft und Freundschaft basiert. Natürlich sind Ehefrauen, Verlobte, Freundinnen und weibliche Gäste auf fast jeder unser Veranstaltungen dabei. Darüber hinaus gibt es überall in unserer Gesellschaft Vereine und Organisationen, die nach Geschlechtern getrennt sind, beispielsweise Sportvereine, Schützenvereine, Karnevalsgesellschaften etc. - dass dies allein Verbindungen zum Vorwurf gereicht, ist Resultat voreingenommener und nicht objektivierbarer Kritik.
Bei Euch ist Protektion doch an der Tagesordnung!
Protektion heißt, nahestehenden Personen ungeachtet ihrer Qualifikation Posten zu verschaffen. Das kann sich niemand leisten. Durch den häufigen Kontakt von Studenten und bereits im Berufsleben stehenden Akademikern kommt es allerdings schon vor, dass sich Bundesbrüder durch ihr fachliches Wissen und ihr Engagement empfehlen. Der Bund bietet jederzeit berufliche und persönliche Hilfe, aber keine automatische Protektion.
Ihr seid doch ein elitärer Verein!
Selbstverständlich stellen wir hohe Ansprüche an unsere Mitglieder: Überdurchschnittliches Engagement - für unsere Verbindung und die Gesellschaft. Wir teilen nicht die egalitäre Haltung gegenüber dem Studium, die vielen Hochschülern seit '68 zu eigen ist, sondern wollen die uns zur Verfügung stehenden Studienjahre nutzen, unsere geistigen und sozialen Kompetenzen in angemessener Weise zu erweitern. Wir wollen nicht Schlendriane, angepasste Ja-Sager oder skrupellose Karrieristen; wir wollen Studenten, die leistungsbereit sind, an ihrer Persönlichkeit arbeiten und Verantwortung übernehmen möchten.
Warum nennt Ihr Euch „Verein Deutscher Studenten“?
Der Name entstand in der Gründungsphase unseres Verbandes, als die Gliederungen noch tatsächlich Vereine waren. Obwohl die Vereine Deutscher Studenten heute Verbindungen sind, wurde die Bezeichnung „Verein“ beibehalten. "Deutsch sein" ist für uns nicht nur eine Kategorie nationaler Klassifizierung, sondern beinhaltet ein Bekenntnis zum deutschen Kulturkreis und seiner über tausendjährigen Geschichte.