VDSt Breslau-Bochum

Mitglied im Verband der Vereine Deutscher Studenten

Die Geschichte des VDSt Breslau-Bochum

 

Breslau I
(gegründet am 17. Februar 1881)

 

Ehemaliges Bundeshaus in Breslau. Davor Mitglieder des Verein Deutscher Hochschüler aus Ratibor und Oppeln

Die Gründung des VDSt Breslau war mit Hindernissen verbunden, denn wenige Tage nach der Genehmigung der Satzung und seiner Gründung wurde der Verein wegen eines Formfehlers von den Universitätsbehörden verboten. Nachdem eine Neubildung schließlich doch erlaubt wurde, stieg die Zahl der Mitgliedersogleich im ersten Semester (SS 1881) auf 112 Studenten. Eine Vertiefung der in erster Zeit stark nach außen gerichteten Tätigkeit erfolgte durch den Ausbau der Bücherei des Bundes. Im Hochschulleben vermochte
der Verein bald entschiedenen Einfluss zu gewinnen. So hält ein Vertreter des Vereins auf dem Festkommers der Studentenschaft anlässlich des 75 jährigen Universitätsjubiläums (1887) die Festrede Im Jahre 1892 folgte die Gründung eines "Verbandes nicht-farbentragender Korporationen\, der einen Zusammenschluss der Breslauer schwarzen Verbindungen darstellte. Schließlich wurde der Bund im Jahre1896 zum Vorort des KV gewählt.  Die Jahre vor dem Ersten Weltkrieg waren stiller, doch intensiver Arbeit gewidmet, unterbrochen von den großen Stiftungsfesten und glänzenden Reichskommersen. Im WS 1910/11 wurde weiterhin eine Ruderabteilung gegründet.

Fuxia von 1927

Kurz vor dem Ausbruch des Krieges im Juli 1914 wurde der Bund infolge nationaler Streitigkeiten durch Senatsbeschluss aufgelöst und drei Bundesbrüdern das consilium abeundi erteilt. Nach Ende des Krieges wurde durch Bundesbruder Flanze der VDSt Breslau II an der Technischen
Hochschule gegründet (WS 1920/21). An den Abwehrkämpfen in Oberschlesien nahmen die Bundesbrüder fast alle teil. Im Jahre 1922 führt der Bund eine Grenzlandtagung in Ratibor durch; in den kommenden Jahren werden die Grenzlands- und die Ostfragen sehr lebhaft diskutiert und führten die Bundesbrüder zu mancher praktischen Tätigkeit.

VDSter auf dem Paukboden

Der VDSt Breslau hat durch die Ereignisse des Krieges seine Heimat verloren und sich zunächst dem Göttinger Bund angeschlossen.
Im Jahre 1969 schloss er sich aber dem jungen Bochumer Bund an, der seitdem die Bezeichnung VDSt Breslau-Bochum trägt.

 

Bochum

Die Eröffnung der Ruhr-Universität Bochum am 30.6.1965 und damit die Inbetriebnahme der ersten Universität im Ruhrgebiet ließ bei den hier ansässigen Mitgliedern des VVDSt, insbesondere bei denen der Ortsvereinigung Bochum, den schon lange gehegten Wunsch realisierbar werden, in diesem Gebiet einen aktiven Bund zu errichten.

Der aktive Bochumer Bund, der am 24.Juni 1966 in der Bürgergesellschaft seinen Gründungskommers feiern konnte, hatte anfänglich mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Die ergaben sich aus der nur behelfsmäßigen Unterbringung in einem Gasthof in Bochum-Laer sowie aus der Streulage des Einzugsgebietes. Bald setzt sich die Erkenntnis durch, dass der junge Bund nur weiterbestehen und wachsen könne, wenn er über ein eigenes Heim verfügen könnte.

Da der VDSt Breslau durch die Ereignisse des Krieges seine Heimat verloren hatte, schloss er sich zunächst dem Göttinger Bund an. Der VDSt Breslau hörte von den Problemen des jungen Bochumer Bundes und schloß sich darauf diesem an, der seitdem die Bezeichnung VDSt Breslau-Bochum trägt.

Auf die Initiative der Bundesbrüder Otto, Beuscher, Großmann, Christmann und Buettner hin wurde am 24. Oktober 1970 als Heimverein das "Hermann-Ehlers-Studentenwohnheim Bochum e.V." gegründet. Bald darauf konnte im Hause Bongardstraße 2 ein 100 m2 großes, zwar bescheidenes, aber günstig gelegenes Heim bezogen werden. Jüngere Bundesbrüder und Damen unserer Ortsvereinigung haben sich mit viel Begeisterung an die Renovierung und Ausgestaltung der übereinander gelegenen beiden Etagen begeben.

Führungsaufgaben

Mit neuen Fuxen im WS 75/76 gab der aktive Bund ein gefestigtes Bild nach außen wie nach innen ab, und machte dies auch dadurch deutlich, dass wieder gesteigerter Wert auf korporative Veranstaltungen gelegt wurde. Das Bundesleben entwickelte sich prächtig, was sich nicht nur in der außergewöhnlichen Programmdichte (8-12 Veranstaltungen pro Monat) wiederspiegelte; auch neben den offiziellen Anlässen gab es viele regelmäßige Begegnungen (Sport) oder spontane Initiativen.

In dieser Situation war es fast zwangsläufig, dass die Übernahme des Vororts angestrebt und dann auch auf der Verbandstagung im schönen Duderstadt im Juni 1976 so beschlossen wurde. Die Bundesbrüder Ulrich Lohmann, Fritz Bartz, Eugen Makowski und Horst Heckhoff übernahmen die ehrenvolle, aber auch zeitintensive Aufgabe und führten sie vorbildlich aus.

Im Sommersemester 1977 waren zwei bedeutende Veranstaltungen vorzubereiten und zu gestalten - das Stiftungsfest und als Vorort die Verbandstagung in Duderstadt. Die Organisation und Durchführung der VT ließ keine Wünsche offen - alle Bundesbrüder zeigten vollen Einsatz, so dass man auch wegen der übrigen Begleitumstände (hohe Teilnehmerzahl und herrliches Wetter) von einem vollen Erfolg sprechen konnte.

Ein weiteres wichtiges Ereignis war im Sommersemester 1981 das 100. Breslauer Stiftungsfest, welches trotz unbefriedigenden Keilerfolg in den vorangegangenen Semestern und einem Bundesleben auf Sparflamme, ein herausragendes Ereignis wurde. Ein besonderer Dank gebührt unserem Bundesbruder Dr. Burkert für sein Engagement bei der Herausgabe einer umfangreichen Festschrift zu diesem Anlass. Diese Festschrift enthält einen umfassenden geschichtlichen Rückblick auf 100 Jahre VDSt in Breslau und Bochum. Sie ist mit besonderer Sorgfalt - mit einem besonderen Blick auch für Details - unter Mitwirkung vieler Bundesbrüder in vielen Stunden von Bundesbruder Burkert zusammengestellt worden.

Erfreulicherweise ging es ab dem WS 83/84 wieder langsam aufwärts, und es lockten interessante Semesterthemen (Energie und Umwelt, Stellung des VDSt zur Ausländerpolitik) zum Besuch der Veranstaltungen. In diesen Semestern wurde mit einer kleinen, aber besonders engagierten Aktivitas durchgehend ein beachtenswertes Programm auf die Beine gestellt.

Die neunziger Jahre und das neue Jahrtausend

Nachdem der aktive Bund einige Jahre durch erfolgreiche Keilarbeit und attraktive Programmgestaltung ein gefestigtes Bild nach außen und innen abgegeben hatte, trat eine nicht erwartete Talfahrt ein. Mangelnder Erfolg bei der Keilarbeit und Überalterung der Aktivitas führten dazu, dass nur noch mit Notprogrammen und kommissarischen Vorständen das Bundesleben aufrecht erhalten werden konnte. Ab dem WS 1983/84 ging es zwar wieder langsam aufwärts, ein durchschlagender Erfolg konnte aber nicht erzielt werden. Dies sowie die wachsenden Kosten der angemieteten Etage führten im WS 1992/93 dazu, dass die Etage in der Bongardstraße aufgegeben werden musste. Um den Kontakt zwischen den Alten Herren und den wenigen Aktiven nicht abreißen zu lassen und in der Hoffung auf eine Neubelebung des Bundes, fanden
weiterhin regelmäßig Tre ffen in wechselnden Lokalitäten statt. 1997 kauften einige Alte Herren ein Mietshaus am Nordring in Bochum mit dem Ziel, einige der kleinen Wohnungen in Studentenbuden umzuwandeln, um dadurch die Keilarbeit erfolgreicher gestalten zu können. Darüber hinaus mietete der Heimverein eine Wohnung in diesem Haus an, die dem Aktivenbund und den Alten Herren als Tre ffpunkt
für Veranstaltungen und Stammtische dienen sollte. Nach mehreren Jahren der Stagnation der Aktivenzahlen in denen ein Bundesleben nur durch die Aktivität von Bundesbrüdern ex loco wie Lars Vogt, damals (SS 2007) stellvertretender Verbandsvorsitzender, aufrecht erhalten werden konnte, erfolgte im SS 2004 durch Überstellung des Bundesbruders PhilippBäcker vom VDSt Göttingen ein Neubeginn in Bezug auf die Keilarbeit, der Früchte tragen sollte. Im SS 2004 konnten Michael Göbbeln, der Sohn des langjährigen Altherrenbundsvorsitzenden, sowie Patrick
Grothaus gekeilt werden, die den Grundstein für den weiteren Aufwärtstrend legten. Durch die Steigerung der Aktivenzahlen war die Altherrenschaft überzeugt, dass der bisherige Aufwärtstrend anhalten würde und somit eine neue Bundesetage auf dem Haus bereitgestellt werden sollte. Nachdem auf einer vergrößerten und in Eigenregie umgebauten Bundesetage eine Theke durch die Bundesbrüder Göbbeln,
Grothaus und Bäcker  im SS 2006 geschaffen wurde, konnte die Keilarbeit auch weiterhin mit wachsendem Erfolg durchgeführt werden.
Der bisherige Höhepunkt der Anstrengungen von Aktivitas und Altherrenschaft bildete das im WS 2006/07 ausgerichtete 125jährige Breslauer und 40jährige Bochumer Stiftungsfest unter großer Beteiligung von Bundesbrüdern aus dem gesamten Verband, wie beispielsweise der Bundesbrüder des VDSt Halle/Wittenberg, die den Weg in das weit entfernte Bochum nicht zuletzt durch die Aktivität des neu erstarkten Bundes gefunden haben, sowohl auf Bundes- als auch auf Verbandsebene. Im folgenden SS 2006 konnte, auch durch multimediale Keilarbeit, die Aktivenzahl den deutlich zweistelligen Bereich erreichen, welcher auch durch Spefuxen aus Pennälerkreisen gesichert ist. Was viele gehofft, aber wenige wirklich geglaubt haben: es geht wieder aufwärts.

Unser Haus  Nordring 70

 

 

 

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